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Feierliche Eröffnung der Doppelausstellung „Oskar Kokoschka – Menschen und Länder“ Ausstellungszeitraum: 08. Februar bis 07. Juni 2026

Personen auf dem Foto (von links): Christian Boldt, Museumsleitung Detlefsen-Museum in Glückstadt, Peter Labendowicz, Dr. Hans-Georg Helm, Sponsor, Esther Wrobbel, Prof. Dr. Heinz Spielmann, Leihgeber v. Kunststiftung Spielmann-Hoppe ©Michael Malek

10.02.2026: Mit der feierlichen Eröffnung der Doppelausstellung „Oskar Kokoschka – Menschen und Länder“ würdigen das Kreismuseum Prinzeßhof in Itzehoe und das Detlefsen-Museum im Brockdorff-Palais in Glückstadt einen der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts. In enger Zusammenarbeit präsentieren beide Häuser bis zum 7. Juni 2026 in ihren eindrucksvollen historischen Stadtpalais zentrale Werkgruppen des österreichischen Malers, Grafikers und Zeichners Oskar Kokoschka (1886–1980).

Die Ausstellung eröffnet einen vielschichtigen Zugang zu Kokoschkas künstlerischem Schaffen, das sich über sieben Jahrzehnte erstreckt und von den politischen, gesellschaftlichen und persönlichen Umbrüchen seiner Zeit geprägt wurde. Seine Werke entstanden vor dem Hintergrund tiefgreifender historischer Erfahrungen – darunter die beiden Weltkriege, die Zeit des Exils sowie einschneidende gesellschaftliche Veränderungen. Sie spiegeln nicht nur äußere Ereignisse, sondern auch persönliche Erlebnisse und innere Auseinandersetzungen wieder.

Der Kreispräsident dankte in seiner Eröffnungsrede ausdrücklich der Museumsleitung, Esther Wrobbel für ihr außerordentliches Engagement, sowie Prof. Dr. Spielmann für die großzügige Leihgabe bedeutender Werke. Ein besonderer Dank galt auch allen Spendern, Dr. Hans-Georg Helm, der Sparkasse Westholstein und den Fördervereinen beider Museen, welche die Ausstellung unterstützt haben.

Er beschrieb die Ausstellung als eine sinnliche und zugleich intellektuelle Erkundungsreise durch Kokoschkas Leben und Werk. Seine Arbeiten laden dazu ein, sich mit den Erfahrungen und Empfindungen auseinanderzusetzen, die sein Schaffen geprägt haben, und eröffnen neue Perspektiven auf Menschen und Geschichte.

Im Kreismuseum Prinzeßhof steht Kokoschkas intensive Auseinandersetzung mit dem Menschen im Mittelpunkt. Bereits früh widmete er sich Portraits von Angehörigen und Personen aus seinem persönlichen Umfeld. Zu seinen ersten anerkannten Arbeiten zählt ein Portrait seiner Cousine aus dem Jahr 1906. Im Laufe seiner langen künstlerischen Tätigkeit entstanden Darstellungen von Persönlichkeiten aus Kunst, Literatur, Politik und Gesellschaft sowie eindrucksvolle Selbstbildnisse.

Seine Portraitkunst ist geprägt von einer besonderen Ausdruckskraft und psychologischen Tiefe. Kokoschka interessierte sich weniger für die äußere Ähnlichkeit als für das innere Wesen seiner Modelle. Seine Darstellungen machen seelische Zustände, Spannungen und persönliche Haltungen sichtbar. Die Portraits werden so zu eindringlichen Momentaufnahmen zwischen Nähe und Distanz, Wirklichkeit und innerem Erleben. Dazu gehört auch das Portrait Konrad Adenauers, das Kokoschkas Interesse an Persönlichkeiten widerspiegelt, die für Freiheit und politische Verantwortung standen.

Prof. Dr. Spielmann betonte in seiner Rede, dass Kokoschkas Werk wesentlich durch persönliche Erfahrungen und seine intensive Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen geprägt ist. Bereits früh entwickelte er seinen künstlerischen Ausdruck und setzte sich über Jahrzehnte hinweg mit den prägenden Themen seiner Zeit auseinander. Dabei beschäftigte ihn die Frage nach Wirklichkeit und Wahrnehmung – nicht allein das Sichtbare, sondern auch das innerlich Erkannte wurde für ihn zum Gegenstand seiner Kunst.

Parallel dazu zeigt das Detlefsen-Museum Arbeiten, die auf Kokoschkas zahlreichen Reisen durch Europa entstanden sind. Bereits ab 1908 hielt er Eindrücke verschiedener Orte in Zeichnungen und Lithografien fest. Seine Reisen führten ihn unter anderem nach Italien, Griechenland, Frankreich, Wien, Prag und später nach Großbritannien. Auch während der Zeit des Exils blieb das Zeichnen ein zentrales Mittel seines künstlerischen Ausdrucks. Seine Landschaftsdarstellungen verbinden äußere Beobachtung mit innerem Erleben. Sie zeigen nicht nur Orte und Architektur, sondern vermitteln zugleich Stimmung, Erinnerung und persönliche Wahrnehmung. Landschaft wird bei Kokoschka zum Ausdruck einer intensiven Verbindung zwischen Menschen und Welt. Gemeinsam ermöglichen beide Ausstellungen einen umfassenden Blick auf Oskar Kokoschka als Künstler und als Mensch. Sie zeigen einen Künstler, der Zeit seines Lebens danach strebte, innere Empfindungen sichtbar zu machen und die Beziehung zwischen äußerer Realität und persönlichem Erleben künstlerisch zu erfassen.

Die Museumsleiterin Esther Wrobbel ergänzte in ihrem Grußwort, dass Kokoschka nicht nur einer der führenden Künstler des 20.Jahrhunderts war, er hat sich mit seinem Schaffen auch sehr für die demokratischen Werte und gegen Diktatur, Unterdrückung und Krieg eingesetzt. Damit bleibt er auch in einer heutigen, politisch aufgewühlten Welt außerordentlich relevant.

Die Doppelausstellung „Oskar Kokoschka – Menschen und Länder“ ist vom 08. Februar bis zum 07. Juni 2026 im Kreismuseum Prinzeßhof in Itzehoe sowie im Detlefsen-Museum im Brockdorff-Palais in Glückstadt zu sehen. Sie würdigt das Werk eines Künstlers, dessen Arbeiten bis heute nichts von ihrer Ausdruckskraft und Aktualität verloren haben.

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