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Wirtschaftsstandort Kreis Steinburg

Der Kreis Steinburg im Überblick – regionaler Leistungsträger in der Metropolregion Hamburg

Die Wirtschaftsstruktur im Kreis Steinburg ist heute geprägt von kleinen und mittelständischen Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern. Die vorhandenen Großunternehmen, wie zum Beispiel der Pumpenhersteller SIHI oder Firmen wie die Holcim Deutschland AG (früher Alsen AG), lassen ahnen, dass im Kreis Steinburg das produzierende Gewerbe früher einen größeren Anteil an der Wertschöpfung hatte. Es gab eine Reihe von arbeitsintensiven Betrieben mit sehr vielen Beschäftigten.

Der Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft ist jedoch in vollem Gange. Unterstützt wird die Entwicklung von dem Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie ISIT. Die Fertigstellung im Jahr 1994 und die Entscheidung, neben dem ISIT ein Technologiezentrum, das IZET Innovationszentrum Itzehoe zu bauen, das dann 1997 den Betrieb aufgenommen hat, stellen sicherlich Meilensteine der Steinburger Wirtschaftsentwicklung dar, weil diese beiden Einrichtungen Leuchttürme darstellen, die den Charakter des ganzen Kreises beeinflusst haben.

Foto „Gebr. Schütt KG, Landscheide“; Foto: Reimer Wulf

Die Arbeitslosenquote für den Kreis Steinburg hat sich von einem sehr hohen Niveau im Jahr 2005 in Höhe von mehr als 12 Prozent auf unter 6 Prozent im Jahr 2012 mehr als halbiert. Das ist nicht nur erfreulich, sondern belegt, dass die kleinen und mittleren Unternehmen in Steinburg flexibel auf die Wirtschafts- und Finanzkrise ab dem Jahr 2008 reagieren und diese gut bewältigen konnten.
Die Schwerpunkte wirtschaftlicher Aktivität im Kreis Steinburg liegen neben der Kreisstadt Itzehoe in Glückstadt, das u. a. das Recyclingunternehmen Steinbeis Temming AG beheimatet, in Schenefeld, Hohenlockstedt und Kellinghusen sowie in Wilster. In der Wilstermarsch liegt auch der kreisübergreifende ChemCoast Park Brunsbüttel. Die Hälfte des Industrieparks, insbesondere das Gelände der Bayer AG, liegt auf Steinburger Gebiet. Von den mehr als 4000 Beschäftigten der chemisch-pharmazeutischen Betriebe kommen viele aus dem Kreis Steinburg.

Neben den genannten haben weitere Unternehmen mit klangvollen Namen wie die Butzkies Stahlbau GmbH aus Krempe, die u. a. die Lackierhallen des Airbus in Finkenwerder konstruiert hat, das Pharmazieunternehmen Pohl-Boskamp aus Hohenlockstedt mit den bekannten Medikamenten Nitrolingual und Gelomyrtol Forte, die letzte große Baufirma im Kreis Steinburg, die Gebr. Schütt KG, die in einzigartiger Weise große Spannweiten in Innenräumen mit selbstproduzierten Leimbindern bewältigen kann, mit ihren mehr als 150 Mitarbeitern aber auch Bauwerke aller Art planen und errichten kann, oder die Traditionswerft für Schiffe mit bis zu 138 Meter Länge und 22 Meter Breite, die Peters Schiffbau GmbH in Wewelsfleth, ihr Zuhause hier.

Brückenkopf: Gemeinde Horst

Der gewerbliche Brückenkopf Richtung Hamburg ist die Gemeinde Horst an der A 23. Hier hat sich unweit von Elmshorn in den letzten Jahren eine große wirtschaftliche Dynamik ergeben. Betriebe aus dem Nachbarkreis Pinneberg, aber auch aus Hamburg nutzen die Lagegunst und die attraktiven Standortbedingungen, um sich hierhin zu verlagern oder zu erweitern. Im Kreis Steinburg wird eine vorausschauende Gewerbeflächenpolitik betrieben. Daher stehen ausreichend gut gelegene und günstige Industrie- und Gewerbeflächen zur Verfügung.

Metropolregion Hamburg

Grafik Metropolregion Hamburg

Schon seit 1996 ist der Kreis Steinburg Mitglied in der Metropolregion Hamburg. Hier besteht eine enge wirtschaftliche Verflechtung mit den anderen Kreisen und insbesondere der Hansestadt Hamburg. Täglich fahren über die A 23 mehr Arbeitnehmer Richtung Hamburg als von außerhalb in den Kreis kommen. Dieser Auspendlerüberschuss deutet an, dass der Kreis Steinburg auch als Wohnstandort hoch geschätzt wird. Die Metropolregion mit ihrem vielfältigen kulturellen Angebot, der Vielzahl von wissenschaftlichen Institutionen und Einrichtungen, den vielen spezialisierten Firmen, und nicht zuletzt den sehr guten verkehrlichen Anbindungen inklusive des leistungsfähigen internationalen Flughafens Fuhlsbüttel bieten nicht nur den Bewohnern eine hohe Lebensqualität, sondern auch den Unternehmen kurze Wege zu allen Teilen Ihrer Wertschöpfung.

[Foto „Hafen Hamburg“; Foto: www.mediaserver.hamburg.de/C. Spahrbier]

Eine besondere Bedeutung kommt hierbei dem Hamburger Hafen zu, der für Deutschland immer noch „Das Tor zur Welt“ darstellt. Die Güter, die aus allen Teilen der Welt in Hamburg ankommen, müssen bearbeitet und zur Weiterverarbeitung oder zum Kunden weitergeleitet werden. Die hierfür notwendigen Logistikbetriebe in der Metropolregion Hamburg beschäftigen mittlerweile mehr als 300 000 Menschen. Die Ausmaße sind so groß, dass es sich anbot, nach dem Vorbild des Konkurrenten Rotterdam mit den vorgelagerten Häfen zu kooperieren. Hierzu gehören auch die Häfen in Brunsbüttel und Glückstadt, die angesichts eines wachsenden Warenumschlags in Hamburg ein großes Potential haben.

Die A20

Von großer Bedeutung für die zukünftige Wirtschaftsentwicklung des Kreises Steinburg ist der Bau der Bundesautobahn 20 mit einer festen Unterelbequerung bei Glückstadt. Diese Autobahn ist Teil der Transeuropäischen Netze, ein Beitrag der Europäischen Union zur Umsetzung und Entwicklung des Binnenmarktes und zur Verbesserung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhaltes der Union. Sie verbindet Polen mit der Benelux-Region und passiert dabei die Metropolregion Hamburg. So wird hiermit zum einen erstmals eine leistungsfähige Ost-West-Verbindung innerhalb Schleswig-Holsteins und darüber hinaus und zum anderen eine Option zur Umfahrung des Nadelöhrs Elbtunnel zur Verfügung stehen. Mit der A 20 wird nicht nur den Betrieben in Steinburg, sondern auch denen der gesamten Westküste, auf einen Schlag die Möglichkeit gegeben, Kunden südlich der Elbe deutlich schneller zu erreichen als vorher.

Ein weiteres zukunftweisendes Vorhaben ist die Versorgung des kompletten Kreisgebietes mit Glasfasertechnologie. Hierzu wurde im Jahr 2010 der Zweckverband Breitband Steinburg gegründet. Hierin sind 105 Kommunen – fast das gesamte Kreisgebiet – organisiert.

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